Südschweden: Teil 3

Ystad – Auf den Spuren Kurt Wallanders

 

Kennt jemand von Euch Kurt Wallander? Ja! Dann wisst Ihr, in welcher Stadt wir heute unterwegs sind. Diejenigen unter Euch, die nun das Fragezeichen in den Augen haben kann ich nur sagen: Ich hatte zwar von diesem Herrn schon gehört und wusste auch, dass es sich um einen Romanhelden des Schriftstellers Henning Mankell handelt, aber ich habe bis heute weder einen Wallander-Film gesehen noch ein Wallander Buch gelesen.
Die Bücher über Kommissar Kurt Wallander wurden in 30 Millionen Exemplaren verkauft und in 40 Sprachen übersetzt. Das erste Buch „Mörder ohne Gesicht“ erschien 1991 und wurde Mankells großer Durchbruch. Klar dass auch die Filmindustrie sich schnell des Themas annahm. Bereits fünf Schauspieler haben im Laufe der Jahre die Rolle Wallanders gespielt. Im Jahre 2004 wurden die alten Hallen der Flugabwehr in Ystad in das größte Filmstudio Skandinaviens umgewandelt. Hier wurden unter anderem 13 schwedische sowie 6 britische Wallander Filme gedreht. Seitdem ist die kleine Stadt am Meer ein Wallander-Wallfahrts- und Touristenort geworden. Man findet im Internet zahlreiche Abhandlungen oder kann sogar ein Wallander Paket mit Unterkunft, Führungen sowie Filmausschnitten buchen.

Wir haben uns allerdings nicht unter die Massen gemischt und sind auch nicht auf Wallanders Spuren gewandelt. Trotzdem oder vielleicht gerade weil wir diesen ganzen Rummel um die berühmte Figur von Ystad nicht mitgemacht haben, fanden wir dieses kleine Städtchen, mit seinen gerade einmal 18.000 Einwohnern besonders reizvoll.

Bereits im 12. Jahrhundert an der Mündung des Flusses Vassa siedelten sich hier Fischer an. Der Heringsfang war das größte Gewerbe und blieb es viele Jahrhunderte lang. Zu Beginn des 13. Jhd wurde das älteste Gebäude der Stadt, die Marienkirche gebaut und das Kloster der grauen Mönche wurde 1267 vom Franziskanerorden gegründet. Man muss wissen, dass zu dieser Zeit Ystad noch zu Dänemark gehörte, wie überhaupt ganz Skåne. Dieser kleine Landstrich war eine stark umkämpfte Region. 1532 erreichte die Reformation Ystad, die Mönche wurden vertrieben und das Rathaus mit dem Archiv der Stadt von den Schweden im Jahre 1569 niedergebrannt.

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Ystad wurde 1658 schwedisch hatte ca.2000 Einwohner und die ersten Postschiffe nach Stralsund setzten ein. Napoleons Ostseeblockade Anfang des 19. Jahrhunderts bedeutete großen Aufschwung für Ystad, aufgrund des Schmuggels florierte der Handel und viele reiche Kaufleute bauten große Privathäuser in der Stadt.
Zum Schutz des Flugsandes hat man im 19. Jahrhundert mit der Anpflanzung von Bäumen entlang des Küstenstreifens begonnen, dem sogenannten Sandskogen (Sandwald). Gerade aber der Sand machte Ystadt zu Beginn des vorigen Jahrhunderts zu einem Badeort. Das Tor nach Süden und zum Kontinent bestand damals und auch heute aus dem Hafen. Das Postschiff nach Stralsund, welches hier ablegte, war lange Zeit die einzige Verbindung Schwedens zum Ausland. Heute legen hier täglich Bahn-, Auto und Passagierfähren von Ystad nach Bornholm ab.

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Aber wir wollen eintauchen in eine andere Welt. Wir verlassen also den hektischen Hafen und Bahnhofsbereich um uns im Altstadtbereich umzusehen. Keine Stadt in Nordeuropa und wenige Städte in Europa weisen ein so umfangreiches Bild vergangener Zeit auf, wie Ystad mit seinen gut 300 Fachwerkhäusern. Nachfolgend seht Ihr mal einen kleinen Querschnitt durch das historische Ystad.

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Gruß Jürgen

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